5-tägige Reiseroute: Zürich, Luzern und das Jungfraujoch
Warum diese Route funktioniert
Diese Reiseroute basiert auf einer Entscheidung: eine einzige Übernachtung in Interlaken, damit der Jungfraujoch-Ausflug nicht einen ganzen Tag Reisezeit auffrisst. Alles andere ergibt sich daraus. Sie starten in Zürich, reisen weiter über Luzern auf die Rigi, machen Interlaken für den Hochalpen-Tag zu Ihrer Basis, verbringen einen Tag in Grindelwald und kehren dann mit Zeit für den Rheinfall nach Zürich zurück, bevor Sie nach Hause fliegen.
Die Reise gilt insofern als mittelschwer, als die Tage lang und zugreich sind, nicht weil irgendein Fussmarsch anstrengend wäre. Bequeme Schuhe, eine leichte Schicht für die Höhenlagen und ein vorab organisierter Swiss Travel Pass oder eine Half Fare Card sind empfehlenswert, denn Bahn- und Seilbahnkosten summieren sich in der Schweiz schnell.
Tag 1: Zürich
Landen Sie am Flughafen Zürich und nehmen Sie den Zug in die Stadt – nach Zürich HB sind es etwa 10 Minuten, und die Fahrt ist in den meisten Verkehrsabos enthalten. Verbringen Sie den Nachmittag zu Fuss in der Altstadt: Die Rundgang durch die Zürcher Altstadt führt in ein bis zwei entspannten Stunden über die Lindenhof-Terrasse, das Grossmünster und die engen Gassen von Niederdorf.
Schlendern Sie am späten Nachmittag die Bahnhofstrasse entlang – eine der teuersten Einkaufsstrassen Europas und sehenswert, auch wenn Sie nichts kaufen. Bleibt noch Energie, bietet die Polybahn zur ETH-Terrasse für den Preis eines einfachen Tramtickets einen kostenlosen Blick über die Stadt und den Zürichsee.
Abendessen in Zürich ist nicht günstig: Ein einfaches Hauptgericht kostet CHF 28-40, ein halber Liter lokales Bier meist CHF 7-8. Wer am ersten Abend gut essen möchte, ohne zu viel auszugeben, sollte eher Bäckereien und die überdachten Marktstände beim Bahnhof ansteuern als klassische Restaurants – Details dazu im Zürich-Kulinarik-Guide.
Tag 2: Luzern, Rigi, dann weiter nach Interlaken
Nehmen Sie den Zug um 07:xx oder 08:xx Uhr ab Zürich HB nach Luzern – eine direkte 45-minütige Fahrt. Verbringen Sie den Morgen bei der Kapellbrücke und in der Altstadt, dann geht es per Schiff oder Zug nach Vitznau (rund 45 Minuten ab Luzern) für die Zahnradbahn auf die Rigi.
Die Rigi ist der sanftere der Aussichtsberge der Region: Eine Hin- und Rückfahrt mit der Zahnradbahn ab Vitznau kostet rund CHF 84, und der Rundweg auf dem Gipfel ist flach genug für alle. Beachten Sie, dass die Bergbahnen hier im Frühling und Herbst planmässig wegen Wartungsarbeiten geschlossen sind – prüfen Sie vorab den Kalender des Betreibers. Eine Vorausbuchung über ein Paket wie die
Rigi-Rundfahrt ab Luzern
bündelt Schiff- und Bahnstrecke in einem Ticket, was einfacher ist als der getrennte Kauf jeder Etappe.
Fahren Sie am späten Nachmittag zurück nach Luzern und weiter mit dem Zug nach Interlaken – die Strecke Luzern–Interlaken über den Brünigpass dauert rund 2 Stunden und ist selbst schon sehr reizvoll, mit einem Streckenabschnitt entlang des Brienzersees. Checken Sie in Ihrem Hotel in Interlaken ein und gehen Sie früh schlafen: Morgen beginnt der Tag vor Sonnenaufgang.
Erscheint Ihnen die Rigi als ein Berg zu viel für diesen Tag, ist das ein vertretbarer Verzicht – allein Luzern mit einer Bootsfahrt auf dem Vierwaldstättersee bringt Sie zeitlich immer noch bis zum Abend nach Interlaken.
Tag 3: Das Jungfraujoch
Für diesen Tag war die Übernachtung in Interlaken gedacht. Die Züge zum Jungfraujoch fahren ab Interlaken Ost, und die gesamte Fahrt hinauf – mit Umsteigen in Grindelwald oder Lauterbrunnen und erneut in Kleine Scheidegg – dauert pro Strecke rund 2 Stunden 20 Minuten. Nehmen Sie nach Möglichkeit eine der ersten Abfahrten, denn die Bergstation wird gegen Mittag überlaufen, und Wolken bilden sich im Tagesverlauf zunehmend.
Ein normales Retourbillett ab Interlaken kostet je nach Saison und Reisezeit etwa CHF 200-240; die ersten “Good Morning”-Abfahrten sind meist vergünstigt. Buchen Sie den
Tagesausflug zum Jungfraujoch ab Interlaken
im Voraus, statt vor Ort auf freie Plätze zu hoffen – diese Verbindung ist an klaren Tagen ausgebucht.
Planen Sie oben 3-4 Stunden ein: der Eispalast, die Sphinx-Aussichtsplattform und der Weg zum Aussichtspunkt am Aletschgletscher (wetterabhängig) sind die Hauptattraktionen. Bringen Sie auch im Sommer Sonnenbrille und eine warme Schicht mit – auf 3’454 Metern herrscht echtes Hochgebirgsklima, kein blosser Aussichtspunkt. Ausführliche Details, auch das, was in den Prospekten zu Warteschlangen und Höhenlage fehlt, finden Sie im Jungfraujoch-Guide und in diesem Erfahrungsbericht zum ersten Jungfraujoch-Besuch.
Fahren Sie am späten Nachmittag über Grindelwald wieder hinunter und übernachten Sie eine zweite Nacht in der Region Interlaken/Grindelwald – wer auf dem Rückweg auch noch Grindelwald richtig besichtigen will, hetzt meist bei beidem.
Tag 4: Grindelwald und First
Verlegen Sie Ihre Basis (oder zumindest Ihren Tagesausflug) nach Grindelwald. Die Gondelbahn auf den First braucht rund 25 Minuten und bietet ein völlig anderes Bild als die Gletscherlandschaft des Jungfraujochs: grüner, näher am Tal, mit Blick auf die Eiger-Nordwand bereits von der Talstation aus. Das
Grindelwald-First-Ticket ab Interlaken
deckt die Gondelfahrt hin und zurück ab, aktuell je nach Saison rund CHF 45-50.
Auf dem First sind der Cliff Walk und die Aussichtsplattform nach Bezahlung der Gondelfahrt kostenlos zugänglich; der First Flyer und der Mountain Cart sind separat kostenpflichtige Zusatzangebote für mehr als nur die Aussicht. Das ist eher ein halber als ein ganzer Tag, was Raum lässt, einen Teil des Abstiegs über Bussalp zu Fuss zu gehen, sofern das Wetter mitspielt, oder einfach im Dorf zu entspannen, bevor es zurückgeht.
Nehmen Sie am frühen Abend den Zug zurück nach Zürich – von Interlaken Ost nach Zürich HB sind es rund 2 Stunden, bei den meisten Abfahrten direkt. Für den nächsten frühen Start brauchen Sie morgen noch Energie.
Tag 5: Rheinfall, dann Abreise
Der Rheinfall ist ein unkomplizierter halber Tagesausflug: Züge von Zürich HB nach Neuhausen oder Schaffhausen brauchen etwa 50 Minuten, und von beiden Bahnhöfen aus ist es nur ein kurzer Fussweg oder eine Busfahrt bis zum Fall selbst. Es handelt sich um den nach Wasservolumen grössten Wasserfall Europas, und ein Besuch aus der Nähe lohnt sich wirklich, nicht nur der Blick von den Aussichtsplattformen.
Die kurze Bootsüberfahrt zum Felsen mitten im Fall kostet je nach gewähltem Anlegepunkt rund CHF 12-18; die
30-minütige Rheinfall-Bootstour
deckt die grössere Runde ab, falls Sie sich nicht selbst mit den verschiedenen Anlegestellen befassen möchten. Ausführliche Logistik, auch dazu, welche Seite des Falls man wählen sollte, finden Sie im Rheinfall-Besucherguide.
Fahren Sie bis zum frühen Nachmittag zurück nach Zürich, damit noch Zeit bleibt, das Gepäck zu holen und zum Flughafen zu gelangen – von Zürich HB zum ZRH sind es etwa 10 Minuten mit dem Zug, planen Sie an Ihrem letzten Tag aber lieber einen Puffer ein, statt es knapp zu kalkulieren.
Was diese Reiseroute kostet
| Posten | Ungefähre Kosten (CHF, pro Person) |
|---|---|
| Zürich–Luzern–Interlaken–Grindelwald–Zürich Bahn (ohne Pass) | 180-220 |
| Rigi-Rundfahrt ab Vitznau | ~84 |
| Jungfraujoch retour ab Interlaken | 200-240 |
| Grindelwald-First-Gondelbahn retour | 45-50 |
| Rheinfall-Bootsüberfahrt | 12-18 |
| Zürich–Rheinfall Bahn retour | ~35 |
Diese Zahlen enthalten keine Unterkunft oder Verpflegung, und die Bergbahnen der Schweiz passen ihre Preise saisonal an – betrachten Sie sie also als Planungsgrundlage, nicht als Angebot. Ein Swiss Travel Pass, der die Zugfahrten abdeckt und 50% Ermässigung auf die Bergausflüge gibt, lohnt sich zu prüfen gegenüber dem Einzelkauf aller Tickets – bei einer so dichten Route setzt sich der Pass oft durch.
Alternativen bei mehr oder weniger Zeit
Bei nur 4 Tagen lassen Sie die Rigi weg und fahren von Zürich direkt nach Interlaken, zum Jungfraujoch und dann über Zürich nach Hause – Sie verpassen Luzerns Altstadt, behalten aber das Bergerlebnis. Mit einem sechsten oder siebten Tag ergänzen Sie Zermatt oder das Schilthorn oberhalb von Mürren als zweiten Hochalpen-Aussichtspunkt, oder Sie nehmen sich mehr Zeit und verbringen einen ganzen zusätzlichen Tag in Luzern selbst.
Wer mit dem Auto statt mit dem ZVV- und SBB-Netz unterwegs ist, kommt mit dieser Route ebenso gut zurecht, auch wenn die Parkmöglichkeiten an den Bahnstationen zum Jungfraujoch begrenzt sind und diese Etappe ohnehin mit der Bahn zurückgelegt wird.
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