Zürichs Museen: Welche sind ihr Geld wert
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Zürichs Museen: Welche sind ihr Geld wert

Quick Answer

Welche Zürcher Museen lohnen sich wirklich?

Das Rietberg und das Kunsthaus bieten die stärksten Sammlungen fürs Geld, und das Zoologische Museum ist kostenlos und ideal für Familien. Das FIFA Museum ist gut gemacht, aber thematisch eng gefasst – lohnt sich nur, wenn man wirklich Fussball verfolgt. Das Landesmuseum ist an den meisten Tagen günstig und deckt inhaltlich mehr ab, als der bescheidene Eintrittspreis vermuten lässt.

Was Zürich jenseits des Kunsthauses zu bieten hat

Zürich hat pro Einwohner mehr Museen als die meisten Städte seiner Grösse, und die Qualität ist wirklich gemischt. Manche sind Weltklasse-Sammlungen in wunderschönen Gebäuden; andere sind auf ein Thema fokussierte Touristenattraktionen mit Touristenpreisen für einen Besuch, der unter zwei Stunden dauert. Wer überlegt, wo sich ein Nachmittag lohnt und wo man seine Franken lieber für etwas anderes aufhebt, findet hier einen nüchternen Vergleich der Museen, nach denen Besucher tatsächlich fragen: das Rietberg, das FIFA Museum, das Museum für Gestaltung und das Zoologische Museum, dazu das Kunsthaus und das Landesmuseum, weil keine ehrliche Liste an ihnen vorbeikommt.

Ein Auto braucht es dafür nicht. Alles Folgende liegt innerhalb des ZVV-Netzes von Zürich, das meiste innerhalb einer 20-minütigen Tramfahrt von der Altstadt, sodass sich bei entsprechendem Tempo zwei oder drei an einem Tag kombinieren lassen. Für einen breiteren Überblick, was sonst noch einen Tag in der Stadt füllt, siehe den Guide zu kostenlosen Aktivitäten in Zürich und die Eintagesroute.

Kunsthaus Zürich: die erste Priorität

Das Kunsthaus ist das grösste privat finanzierte Kunstmuseum der Schweiz und der naheliegende erste Halt für alle, die sich für Malerei und Skulptur interessieren. Die Sammlung reicht von mittelalterlichen Altarbildern über Monet, Munch und Chagall bis zu einem wirklich starken Nachkriegs- und Gegenwartsflügel, verteilt auf das ursprüngliche Gebäude von 1910 und den 2021 eröffneten Erweiterungsbau von Chipperfield auf der anderen Platzseite.

Der Erwachseneneintritt für die Dauerausstellung liegt bei rund CHF 23, wobei Sonderausstellungen typischerweise CHF 5 bis 10 zusätzlich kosten. Das Museum ist mittwochabends ab 17 Uhr für die Dauerausstellung kostenlos, worauf sich ein Besuch lohnt, wenn der Zeitplan es zulässt. Man sollte zwei bis drei Stunden einplanen; die beiden Gebäude sind durch einen unterirdischen Gang verbunden, sodass man dazwischen nicht ins Freie muss.

Montags ist geschlossen. Für eine Spazierroute, die das Kunsthaus mit weiteren Sehenswürdigkeiten der Altstadt verbindet, siehe den Altstadt-Rundgang.

Rietberg Museum: kleiner, ruhiger, unterschätzt

Das Rietberg liegt in Enge, eine kurze Tramfahrt südlich des Zentrums, in und um die Villa Wesendonck mit ihrem Park mit Seeblick. Es beherbergt eine der besseren Sammlungen aussereuropäischer Kunst in Europa: afrikanische Masken und Skulpturen, süd- und südostasiatische religiöse Kunst, chinesische und japanische Werke sowie präkolumbianische Stücke, gezeigt in einem modernen unterirdischen Erweiterungsbau, der an die historische Villa anschliesst.

Der Eintritt zur Dauerausstellung liegt bei rund CHF 18, Sonderausstellungen kosten mehr. Die Dauerausstellung selbst ist für Besucher unter 25 Jahren kostenlos sowie mittwochabends für alle – nach demselben Prinzip wie beim Kunsthaus. Der Park rund um die Villa ist frei zugänglich, auch wenn das Museum geschlossen hat, und gehört zu den ruhigeren grünen Rückzugsorten der Stadt, wenn man einfach eine Bank mit Seeblick sucht.

Es ist kleiner als das Kunsthaus und selten überlaufen, was es zur besseren Wahl für einen kürzeren Besuch oder einen Regennachmittag macht, der kein dreistündiges Programm verlangt.

FIFA Museum: gut, wenn man wirklich Fussball mag

Das FIFA Museum befindet sich im Haus zur Enge nahe dem Bürkliplatz, wenige Minuten vom See entfernt. Es zeigt auf drei Stockwerken die Geschichte des Fussballs und der Weltmeisterschaft, mit einer Nachbildung des Pokals, historischen Trikots und Schuhen sowie interaktiven Bereichen, die eher jüngere Besucher ansprechen.

Erwachsenentickets kosten an der Kasse rund CHF 26, bei Online-Buchung im Voraus etwas weniger. Das ist ein hoher Preis für ein Museum, das die meisten Besucher in unter zwei Stunden durchgehen, und Nicht-Fussballfans bezeichnen es regelmässig als dünn für das Geld. Fans des Sports sehen das meist anders und bewerten es hoch – die ehrliche Antwort hängt also ganz davon ab, wie sehr man sich für Fussballgeschichte interessiert.

Eine geführte Besichtigung des FIFA Museums

bringt Kontext, der auf eigene Faust verloren geht – überlegenswert, wenn man ohnehin den vollen Preis zahlt.

Museum für Gestaltung: Design, freier Bereich, leicht kombinierbar

Das Museum für Gestaltung hat seinen Hauptsitz im Toni-Areal in Zürich West, neben der Zürcher Hochschule der Künste. Es widmet sich Grafikdesign, Industriedesign, Plakatkunst und angewandter Kunst, mit wechselnden Ausstellungen statt einer festen Dauerausstellung.

Einige Bereiche des Toni-Areal-Komplexes, darunter Ausstellungsflächen der Hochschule selbst, sind kostenlos zugänglich, während die kostenpflichtigen Ausstellungen des Museums für Gestaltung je nach Programm rund CHF 14 bis 18 kosten. Es lässt sich gut mit einem Rundgang durch die umgebauten Industriegebäude von Zürich West und den besseren Kaffeeröstereien des Viertels kombinieren; siehe den Zürich-West-Guide für den Rest des Gebiets.

Zoologisches Museum: kostenlos und besser als der Preis vermuten lässt

Das Zoologische Museum der Universität Zürich an der Karl-Schmid-Strasse nahe den Hauptgebäuden der Universität kostet keinen Eintritt und ist sechs Tage die Woche geöffnet. Es beherbergt eine grosse Sammlung an Präparaten und Skeletten, ein Aquarium und ein Vivarium mit lebenden Reptilien und Insekten, und ist kompakt genug, um es in einer Stunde vollständig zu erkunden, ohne dass Kindern langweilig wird.

Für ein kostenloses Museum übertrifft es die Erwartungen deutlich. Es ist eine der besseren Schlechtwetter-Optionen mit kleinen Kindern in der Stadt, neben den Ideen im Guide Zürich mit Kindern.

Landesmuseum: das kostenlose Museum, das oft übersehen wird

Das Landesmuseum direkt beim Hauptbahnhof zeigt die Schweizer Geschichte von der Frühzeit bis zur Gegenwart in einem grossen neugotischen Gebäude. Am ersten Samstag jedes Monats ist der Eintritt kostenlos, ansonsten kostet er rund CHF 10 – damit gehört es unabhängig vom Besuchstag zu den günstigsten ernsthaften Museen der Stadt.

Die Dauerausstellung ist gross genug, um zwei Stunden gut zu füllen, und deckt alles ab, von der frühen Schweizer Archäologie bis zu Neutralität und politischem System des Landes – ein wirklich nützlicher Einstieg, wenn man anschliessend weiter in die Schweiz reist. Es liegt direkt neben dem Zürich HB und lässt sich problemlos vor oder nach einer Zugfahrt in den Morgen einbauen.

Die wichtigsten Museen im Vergleich

MuseumTypischer ErwachsenenpreisZeitbedarfGeschlossen
Kunsthaus Zürich~CHF 23 (+ Ausstellungen)2–3 StundenMontags
Rietberg Museum~CHF 181,5–2 StundenMontags
FIFA Museum~CHF 261,5–2 StundenKeine fixen Tage
Museum für Gestaltung~CHF 14–181–1,5 StundenMontags
Zoologisches MuseumKostenlos1 StundeKeine fixen Tage
Landesmuseum~CHF 10 (gratis 1. Sa)2 StundenMontags

Die Preise ändern sich von Jahr zu Jahr, also als Planungshilfe verstehen und nicht als verbindliches Angebot – vor dem Besuch am besten die Website des jeweiligen Museums prüfen, wenn der Betrag wichtig ist. Für einen breiteren Überblick, was ein Tag in der Stadt über Museumstickets hinaus kostet, siehe Reisekosten Zürich.

Rechnet sich die Zürich Card hier

Die Zürich Card beinhaltet freien Eintritt in die meisten städtischen und kantonalen Museen, darunter die Dauerausstellungen des Kunsthauses und des Rietberg, sowie unbegrenzte ZVV-Fahrten während ihrer Gültigkeitsdauer. Rechnet man zwei oder drei Museumseintritte plus ein oder zwei Tage Tramfahrten zusammen, schlägt sie den Einzelkauf deutlich. Wer nur ein Museum und einen kurzen Aufenthalt plant, fährt mit Einzeltickets günstiger – die Karte lohnt sich mit Menge, nicht als reiner Rabatt.

Museen als Schlechtwetter-Reserve, nicht als ganze Reise

Zürichs Wetter ist wechselhaft genug, dass es sich lohnt, zwei oder drei Museen als Reserve für einen verregneten Nachmittag aufzuheben, statt sie alle an den schönsten Tagen einzuplanen. Das Zoologische Museum und das Landesmuseum eignen sich beide gut als kurzfristige Plan-B-Option, da für keines eine Voranmeldung nötig ist. Für sonnige Tage ist das Geld meist besser draussen investiert – siehe die besten Wanderungen bei Zürich oder eine Bootsfahrt auf dem Zürichsee.

Über Zürich hinaus: museumsorientierte Tagesausflüge

Wenn die Sammlungen der Stadt selbst nicht reichen, bieten sich zwei Tagesausflüge zum Thema an. Das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern ist das meistbesuchte Museum des Landes, aufgebaut um Züge, Flugzeuge in Originalgrösse und ein Planetarium, und braucht eher einen ganzen Tag als einen Nachmittag; Luzern selbst ist 45 Minuten vom Zürich HB entfernt.

Weiter entfernt ziehen die Automuseen Stuttgarts ein ganz anderes Publikum an.

Eine Tagestour zu den Mercedes-Benz- und Porsche-Museen in Stuttgart

deckt zwei der angesehensten Autosammlungen Europas an einem einzigen langen Tag ab – geeignet für alle, deren Museumsinteresse eher der Technik als der Kunst gilt.

Für etwas zwischen Museum und lebendigem Kulturerbe eignet sich

ein Tagesausflug zur Stiftsbibliothek St. Gallen und ihrem barocken Lesesaal

– eine der lohnenderen Ergänzungen auf dieser Liste, da die Stiftsbibliothek selbst UNESCO-Weltkulturerbe ist und St. Gallen rund eine Stunde von Zürich mit dem Zug entfernt liegt. Siehe den Reiseziel-Guide St. Gallen für mehr zur Stadt selbst.

Museen in einen abwechslungsreicheren Tag einbauen

Die meisten Museen der Zürcher Innenstadt liegen nah genug beieinander, dass eine sorgfältige Verkehrsplanung dazwischen kaum nötig ist; die grössere Frage ist, wie viel Laufen und Stehen man an einem Tag möchte. Wer die Galerienzeit lieber mit etwas Aktiverem auflockert, für den deckt

eine geführte Stadt-Velotour

viele derselben Viertel ab – Altstadt, Seeufer, Zürich West – in einem schnelleren Tempo als Museumsbesuche zu Fuss, und passt gut vor oder nach einem einzelnen Museumsbesuch, statt gegen zwei oder drei angehäuft zu werden.

Praktische Hinweise vor dem Besuch

Fotografieren ohne Blitz ist in Dauerausstellungen meist erlaubt, in Sonderausstellungen aber oft eingeschränkt – auf Hinweisschilder achten statt davon auszugehen. Grosse Taschen müssen in den meisten grösseren Museen in Schliessfächer, die mit Münzpfand funktionieren und rückerstattet werden, nicht münzbetrieben sind. Englischsprachige Informationen sind im Kunsthaus, im Rietberg, im FIFA Museum und im Landesmuseum Standard; kleinere Sammlungen können ausschliesslich auf Deutsch sein, weshalb es sich lohnt, die Website eines Museums zu prüfen, wenn das wichtig ist.

Wer einen längeren Aufenthalt eher um Galerien und Geschichte als um Berge und Seen herum plant, findet im Guide Wie viele Tage in Zürich und auf der Kategorieseite Museen Zürich die beiden besten Ausgangspunkte für die weitere Planung.

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